Konfi-Impuls für den 4. Sonntag im Advent, 24.12.2017 - 2. Korinther 1,18-22 von Ulrich Erhardt

Der Kasus

Dieser Sonntag beginnt ja als Vierter Advent und endet als Heiliger Abend. Manche Gemeinden werden im Hinblick auf die Gottesdienste am Abend überlegen, ob am Sonntagmorgen überhaupt Gottesdienst gefeiert werden soll. Doch nach meiner Erfahrung sind viele dankbar für eine Atempause in der Weihnachtsvorbereitung – und vielleicht auch die Konfirmandinnen und Konfirmanden, durch einen gemeinsam gestalteten Adventsgottesdienst am Vormittag der angespannten häuslichen Situation im „Countdown“ für Weihnachten entfliehen zu können.

Der Text

Paulus ringt hier um seine Glaubwürdigkeit: Ist sein Ja wirklich ein Ja und sein Nein wirklich ein Nein? Er führt diesen Gedanken weiter zum „Ja“, das Gott in Christus spricht und das durch das Kommen Jesu Gestalt gewinnt.

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden

Jugendliche werden ständig vor Entscheidungen gestellt – nicht nur durch die Angebote einer „Multioptionsgesellschaft“, sondern auch von Eltern, in der Schule, im Freundeskreis … Deshalb habe ich sie im Unterricht aufschreiben lassen, wozu sie Ja und Nein sagen. Sie nennen: Entscheidungen für eine bestimmte Schule, für oder gegen das Erlernen eines Musikinstrumentes bzw. einer Sportart, „Mutproben“ wie der Sprung vom Sprungturm im Hallenbad oder die Achterbahnfahrt. Aber ebenso die Situation, wenn jemand sie um Hilfe bittet,  - und das „Ja“ zu Gott.

Eine weitere Frage war, ob es ein Ja gibt, das sie besonders gefreut hat.  Hier schrieben sie neben der Erlaubnis, die sie für manche Dinge von den Eltern bekommen haben, vor allem vom Ja von Freunden und Freundinnen zur Freundschaft oder Beziehung.

Meine letzte Frage bezog sich auf Jesus. Wozu sagt er „Ja“? Wozu sagt er „Nein“? Hier gab es wenig überraschende Antworten. Ja sagt er zum Tun des Guten, zu Außenseitern, zu Glaubenden. Nein zu Mobbing, Sünde und Dingen, die schaden.

Die Gottesdienstgestaltung

Unter der Überschrift „Unser Leben ist voller Entscheidungen“ können die Konfis Situationen benennen oder darstellen, in denen von ihnen ein Ja oder Nein gefordert wird (s.o.). Insbesondere für das Thema „Freundschaft“ bietet sich ein kurzes Anspiel an. Danach sagen sie, was es ihnen erleichtert oder erschwert, eine klare Entscheidung zu treffen.

Daran knüpft die Predigt an, die deutlich macht, dass unser „Ja“ und unser „Nein“ im Alltag in Gottes „Ja“ zu seinen Zusagen wurzelt. Dieses Ja wird Gestalt in Christus, an dessen Kommen wir im Advent und an Weihnachten erinnern. Dieses führen die Konfis weiter mit ihren Überlegungen zu: „Wozu sagt Jesus ‚Ja‘? Wozu sagt er ‚Nein‘?“

Ein passendes Lied, das das Adventsgeschehen mit dem Ja verbindet, ist „Stern-Kind, Erd-Kind“ (NL 80). Um Gottes „Ja“ geht es in „Suchen und fragen“ (NL 82)