Predigt in leichter Sprache zu Matthäus 15,21-28 von Frank Hiddemann

(Predigt in leichter Sprache)

Gott ist mit euch.
Er war immer mit uns.
Auch heute ist er da.
Was auch kommt,
er wird mit uns sein.
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich erzähle heute eine Geschichte von Jesus.
Die wird euch überraschen.
Denn Jesu ist "hässig" in dieser Geschichte.
Das ist ein Wort aus der Schweiz.
Mein Freundin Cornelia hat es benutzt.
Ich saß in ihrem Gottesdienst.
Und ich staunte über diese Geschichte.
Ich hatte sie schon oft gehört.
Aber so hatte ich sie noch nicht verstanden.
Aber Cornelia hatte Recht.
Jesu war hässig.
Das heißt genervt.
...
Matthäus hat die Geschichte aufgeschrieben.
Ich lese sie euch vor.
...
Einmal war Jesus müde.
Jesus wollte alleine sein.
Darum ging Jesus in ein fremdes Land.
In dem fremden Land wussten die meisten Leute nicht,
dass Jesus von Gott kommt.
In dem fremden Land wohnte eine Frau.
Die Frau hatte eine kleine Tochter.
Die kleine Tochter war krank.
Die Frau ging zu Jesus.
Die Frau vertraute darauf,
dass Jesus der kleinen Tochter helfen kann.
Die Frau rief laut:
Ich weiß, dass Du von Gott kommst.
Bitte, mach meine kleine Tochter wieder gesund.
Meine kleine Tochter ist krank.
Zuerst kümmerte sich Jesus nicht um die Frau.
Da schrie die Frau immer lauter.
Die Jünger sagten zu Jesus:
Bitte, mach die kleine Tochter gesund.
Die Frau schreit fürchterlich.
Die Frau nervt.
Jesus sagte:
Gott hat mich zu den armen und kranken Menschen
in meinem Land geschickt.
Ich mache die Kranken in meinem Land gesund.
Diese Frau gehört zu einem fremden Land.
Die Frau sagte zu Jesus:
Bitte, hilf mir trotzdem.
Mach meine kleine Tochter gesund.
Jesus sagte:
Das ist nicht richtig, wenn ich deine kleine Tochter gesund mache.
Das ist so ähnlich wie bei einer Familie mit einem Hund.
Beim Essen sitzt die Familie am Tisch.
Die Familie isst das Essen vom Tisch.
Der Hund sitzt auf dem Boden.
Der Hund bekommt kein Essen vom Tisch.
Das ist nämlich nicht richtig, wenn der Hund am Tisch sitzt.
Und wenn der Hund das Essen von den Menschen bekommt.
Die Frau sagte zu Jesus:
Ja, das stimmt.
Aber manchmal fällt etwas vom Essen auf den Boden.
Dann hat der Hund auch etwas zum Fressen.
Jesus staunte über die Frau.
Jesus sagte:
Frau, du hast etwas sehr Gutes gesagt.
Du glaubst wirklich, dass ich von Gott komme.
Darum soll deine kleine Tochter gesund werden.
Von da an war die kleine Tochter von der Frau wieder gesund.

Mt 15, 21-28
...
Gott sieht einen Fehler ein.
Übertreiben wir nicht!
Jesus sieht einen Fehler ein.
Er sagte: Die Frau ist fremd.
Sie kann nicht zu Gott kommen.
Aber alle Menschen können zu Gott kommen.
Warum macht Jesus diesen Fehler?
...
Am Anfang war Gottes Liebe zu seinem Volk.
Gott liebte sein Volk.
Sein Volk liebte Gott.
Sie haben viel miteinander gemacht.
Einmal geriet sein Volk in Sklaverei.
Da rettete Gott sein Volk.
Er teilte ein Meer für sie.
Un sie konnten hindurch ziehen.
Er führte sie durch die Wüste.
Er ließ Brot für sie vom Himmel regnen.
Er gab ihnen ein Land.
Eine Zeit lang gab es nur Gott und das Volk.
...
Aber es gab auch andere Völker.
War Gott auch der Gott der anderen Völker?
Himmel und Erde hatte er gemacht.
Alles Leben hatte er geschaffen.
Und so sagte das Volk Israel:
"Eines Tages werden alle Völker zusammen kommen.
Und Gott wird ihr Gott sein.
Und alle Völker werden zu ihm gehören."
...
Aber Jesus war müde.
Alle Menschen kamen zu ihm.
Er wollte ihnen helfen.
Er wollte ihnen von Gott erzählen.
Aber eines Tages hatte er genug.
Er ging über die Grenze.
Er wollte allein sein.
Keiner kannte ihn hier.
Keiner störte ihn hier.
Das dachte er jedenfalls.
Aber dann kam diese Frau.
Sie schrie ihm nach.
Sie nannte ihn "Sohn Davids".
Sie wusste, dass er von Gott kam.
...
Sie hatte alles ausprobiert.
Ihre Tochter sollte gesund werden.
Keiner konnte helfen.
Sie hatte an ihrem Bett gesessen.
Ihre kleine Hand war ganz heiß.
Sie hatte Fieber.
Sie hatte Tücher in Wasser getaucht.
Damit kühlte sie die Stirn des Mädchens.
Sie hatte ihr Kräuter gegeben.
Sie hatte für sie gebetet.
Aber nichts hatte geholfen.
Da hatte sie von Jesus gehört.
...
Die Jünger schoben sie fort.
Aber sie fing an zu schreien.
"Lasst mich ihn sehen!"
Und schließlich sagten selbst die Jüner:
"Herr, mach ihre Tochter gesund!
Wir können das Geschrei nicht mehr hören."
...
Da drehte sich Jesus um.
Er sagte nicht:
"Du nervst mich!"
oder: "Ich bin müde!"
Sondern:
Gott hat mich zu den armen und kranken Menschen
in meinem Land geschickt.

Das stimmte.
Er wollte die Menschen aus dem Volk Israel zurück gewinnen.
Er kam zu dem Volk, das Gott liebte.
Er kam selbst aus diesem Volk.
Heute sollte er etwas lernen.
...
Die Frau gab keine Ruhe.
Sie liebte ihre Tochter.
Sie denkt:
"Jesus muss sie gesund machen!"
Sie hörte nicht auf zu bitten.
...
Da erzählte Jesus die Geschichte mit dem Hund.
Ich bin zu den Kindern Israel geschickt.
Ihnen bringe ich das Brot.
Und nicht den Hunden.
...
Alle sind etwas geschockt.
So redet Jesus sonst nicht.
Die Frau schluckt.
Dann sagt sie:
Die Kinder sitzen am Tisch und essen.
Und immer fällt etwas unter den Tisch.
Auch die Hunde essen von dem Brot.
...
Jesus ist verblüfft.
Er sagt: "Du hast Recht!
Das war eine schlaue Antwort!
Du glaubst wirklich,
dass ich von Gott komme.
Geh nach Hause!
Deine Tochter ist eben gesund geworden."
...
Ich mag Jesus so.
So ist er manchmal.
Er vertut sich.
Er wird zornig.
Er findet die falschen Worte.
Er ist nicht immer cool.
Hier ist er hässig.
So nannte es meine Feundin Cornelia.
...
Einen Moment lang ist er zu.
Keiner kommt durch.
Aber dann hört er die Frau.
Jesus denkt über ihre Worte nach.
Er freut sich.
Das war gut geantwortet.
Er dekt:
"Die Frau hat mich auf's Kreuz gelegt."
Sie hat Recht.
Er nickt.
Sofort ist der Kontakt da.
Er ist online.
Die Verbindung steht.
Und dann ist er wieder der Alte.
...
Manchmal muss man Jesus zu sich rufen.
Hätnäckig an der Tür klopfen.
Seinen Blick suchen.
...
Manchmal denken wir:
Er hört nicht.
Aber dann ist er plötzlich da.
Wir wollen schon aufgeben.
Dann passiert es.
Er hört.
Er sieht uns an.
...
Alle Menschen können zu Jesus kommen.
Sarah wurde heute getauft.
Sie ist jetzt sein Kind.
Wir alle sind getauft.
Wir gehören zu ihm.
Und Jesu kommt auch zu den Fremden.
In unserer Geschichte hat er die Grenze überschritten.
Er hat etwas gelernt.
Die Frau ist kein Hund.
Die Fremden sind keine Hunde.
Sie dringen zu ihm durch.
Jesus weiß:
Sie kommen zu mir.
Sie sind schlau.
Sie sind langsam.
Sie sind nett.
Sie sind nervig.
Egal.
Alle gehören zu mir.
...
Unsere Geschichte erzählt es.
Jesus hat es gelernt.
Alle Völker kommen zu Gott.
Menschen aller Völker kommen zu ihm.
Er freut sich.
Er nimmt sie alle auf.
Sie gehören zu ihm.
Amen.
...
Gottes Friede ist mit euch.
Er ist größer als wir.
Und alle finden in ihm Platz.
Amen.