Die Wörterflut und das eine Wort des Lebens - Predigt zu Johannes 1,1-4;8-14 von Ralf Hoburg
Die Wörterflut und das eine Wort des Lebens
Wieder ist der Rummel vorbei. Die Lichterflut der Weihnachtsmärkte ist abgebaut und die Stromkabel sind verstaut. Die Welt ist abgeblendet und es ist endlich still. Jetzt, am zweiten Tag nach dem Heiligen Abend kann es Weihnachten werden. Am frühen Morgen des zweiten Weihnachtstages ist „stille Nacht“. Ich erinnere mich an meine Kinderweihnachten, als ich immer an den beiden Weihnachtstagen um 6.00 Uhr morgens wach wurde und im Schlafanzug ganz selbstvergessen in der Dunkelheit des Zimmers in die Welt meiner Kindergeschenke zwischen LEGO-Steinen und Fischer-Technik eingetaucht bin. Ohne Fernseher oder Computer war ich damals in einer Sphäre zwischen Himmel und Erde. „Zwischen den Zeiten“ erhielt Weihnachten plötzlich eine Ernsthaftigkeit und Tiefenwirkung für meine damalige Kinderseele. Ich vermute, dass dies auch heute – obwohl seltener geworden – bei manchen Kindern immer noch so ist. Während die meisten Menschen noch schlafen, schleiche ich mich heute heimlich an den einsamen Strand an einem geheim gehaltenen Ort an der Ostsee und genieße den Ausblick auf das Meer. Ruhig liegt es da und bietet Einblicke ins Jenseits. Bei Regen und Sturm, Wind und Wetter und weit weg von einer Kirche und ebenso weit weg vom Festtagsessen mit der Verwandtschaft und inmitten einer Menschenleere bekomme ich einen klaren Kopf und tropfen die unendlich vielen gesprochenen Worte dieses Jahres wie Regenperlen an mir ab. Und es bleiben mir nur manch wenige Sätze in Erinnerung. Es sind Worte, die durchgedrungen sind durch die Geschwätzigkeit des Alltags und hineingekommen sind in meine Seele. Diese Worte machen dann Sinn im Leben und wollen interpretiert und gedeutet werden. Die Tage zwischen den Jahren sind für mich eine tief religiöse Zeit, da ich mich mehr als sonst mit mir selber beschäftigen kann. Ich gehe schon seit etlichen Jahren am Heilig Abend nicht mehr in den Gottesdienst. Alle, die sich dort engagieren, Pastorenschaft und die Chöre und vielen Ehrenamtlichen, bemühen sich ja sehr um die Aktualität der Weihnachtsbotschaft, aber außer einem kulturgeschichtlich tradierten Ritual ist für mich von „Heilig Abend“ wenig übriggeblieben. Die innere Leere des Weihnachtsfestes wurde mir schlagartig letzte Woche auf einer durch und durch säkularen Adventsfeier in einer Schule deutlich. Es war ein gewöhnliches Event mit Big Band und Chören, kaum ein Lied hatte etwas mit Weihnachten zu tun und das Einzige, was an Weihnachten erinnerte, war der Weihnachtsbaum in der Aula der Schule – und der ist wie wir wissen heidnischer Natur. Noch nicht einmal eine festliche Atmosphäre wurde transportiert und der nichtsagende Schuldirektor stand so verstohlen herum, als wäre ihm der Konfirmationsanzug zu klein geworden. Ich verstand plötzlich, was sich seit meiner Kinderzeit in unserer Gesellschaft verändert hat und warum mich Weihnachtsgottesdienste langweilen. Trotzdem sind sie für viele Menschen wichtig, um einmal im Jahr mit der Kirche in Verbindung zu treten. Aber am zweiten Weihnachtstag kommt für mich eine Ernsthaftigkeit zum Tragen, die über das eng geführt Christliche hinaus Bedeutung hat und das Weihnachtsgeschehen – obwohl christlichen Ursprungs – in eine allgemein religiöse Dimension weitet und die den Islam und das Judentum in die Feierlichkeiten mit einbeziehen kann ohne sie unter einem christlichen Deckmantel zu vereinnahmen. Der 2. Weihnachtsfeiertag sollte für mich zu einem Feiertag aller Religionen werden. Darin kann ich einen tieferen Sinn erkennen, weil die Religion in einer multireligiösen Gesellschaft durchaus einen Platz hat. In einer älteren Predigtmeditation fand ich den Satz: „In Städten finden sich mitunter am 2. Weihnachtsfeiertag Menschen zum Gottesdienst ein, die selten eine Kirche betreten, aber doch ahnen, dass das Fest mehr ‚hat‘, als der unruhige Heilig Abend…“
I)
Ein Wort, das die Welt verändert hat…
Der Prolog aus dem Johannesevangelium, der als heutiger Predigttext in der ersten Perikopenreihe vorgesehen ist, gehört wohl neben der Schöpfungsgeschichte der Bibel zu den bekanntesten und kulturgeschichtlich wirkmächtigsten Texten. Und eine Verbindung zwischen der Schöpfungserzählung in 1. Mose 1 wird ja nun auch tatsächlich in dem Text hergestellt. Schon die hymnische Sprachform, die fast einen singbaren Rhythmus in sich trägt, konfrontiert den Lesenden und Hörenden mit einer über eine emotionale Getragenheit hinausgehenden tiefen Ernsthaftigkeit. Schlagartig wird beim Lesen schon der ersten Worte klar: hier geht es um das Ganze, denn der Anfang der Welt birgt schon eine Totalität in sich. Diese Worte dringen durch und enthalten einen tiefen Sinn. So stellt sich Ehrfurcht und eine gewisse Scheu ein, sich dem Text zu nähern. Bis heute gilt es unter Bibelwissenschaftlern als Krönung der eigenen wissenschaftlichen Karriere und als eine Ehre, einen Kommentar zum Johannesevangelium schreiben zu dürfen. Große Bibelausleger wie der Neutestamentler Rudolf Bultmann haben einen Kommentar verfasst oder auch der Theologe Karl Barth. Und der Neutestamentler Ottfried Hofius schrieb: „Der Prolog des Johannesevangeliums Joh. 1,1-18 ist der beste und theologisch tiefste Kommentar zur Weihnachtsgeschichte.“
Und das ist so, obwohl keine einzige Silbe über das Weihnachtsgeschehen verloren wird und der Text weit weg ist von der Rührseligkeit der Geburtsgeschichte Jesu von Nazareth im Stall von Bethlehem. Aber es geht in dem Text um den Grundpfeiler nicht nur des Christentums, sondern vieler Religionen: Es geht um das Wirklichwerden des Göttlichen, wenn der Text universalistisch im Sinne einer Grundwahrheit zum Ausdruck bringt: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ (Joh. 1,1) Dies erinnert an 1. Mose 1,1, wo es heißt: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ (1. Mose 1,1) Beide Sätze sind absolut und fordern ein Bekenntnis. Der Anfang der Welt ist ein Mysterium und ein Faszinosum für Astrophysiker und Wissenschaftler, die sich mit dem Urphänomen der Entstehung von Zeit, Raum und biologischem Leben befassen. Wahrscheinlich bildet die tiefe Ehrfurcht vor der Totalität der Weltentstehung den Grund, weshalb gerade Physiker sich als religiös bezeichnen und von Albert Einstein der Satz überliefert ist: „Gott würfelt nicht“. Und dieser Gott des Wortes, der die Welt erschafft, besitzt eine tiefe Verwandtschaft zur Gottesvorstellung Allah‘s und dem jüdischen JHWH. In der Grundüberzeugung, dass die Welt erschaffen ist und dass es eine „Fundamentalunterscheidung“ (Ebeling) zwischen Gott und Mensch gibt, stimmen die Religionen überein. Das ist gerade an einem kulturgeschichtlich so sehr vom Christentum besetzten Fest wie Weihnachten mit dem Text aus dem Johannesevangelium ganz deutlich zu betonen.
In den Versen Joh. 1,1-5 wird diese universalistische Schöpfungsreflexion weitergeführt. Dahinter steht die mythologische Vorstellung einer Erschaffung der Materie aus dem Wort. Diese philosophische Anschauung, hinter der die Auffassung einer die Wirklichkeit erschaffenden Macht des Wortes steht, hat die Philosophie und die Theologie des Abendlandes zutiefst geprägt. Welche Realität Worte erschaffen, kann man letztendlich gerade in einer durch die Medien geprägten Alltagswelt erkennen. Man muss nicht bis hinein in die legendäre Radioübertragung von Orson Wells gehen, die die Ankunft von Außerirdischen so realistisch beschrieb, dass Tausende Amerikanerinnen und Amerikaner aus ihren Häusern flüchteten. Dass Worte wirken und Realitäten erschaffen, lässt sich in der Mediengeschichte nicht nur einmal aufzeigen. Wahre Worte durchbrechen dann aber die Geschwätzigkeit der vielen Worte, die heute so gesprochen werden. Die Hohlheit der Worte wird für mich an Werbeslogans überdeutlich, die eben wenig Sinn oder gar keinen Lebenssinn machen und also „Nonsense“ darstellen. Ein Slogan hat mir in dieser Adventszeit des Jahres 2014 allerdings ausnehmend gut gefallen. Der Fernsehsender Bibel-TV plakatiert in S-Bahn und U-Bahnhaltestellen einen Satz: „Gott statt Schrott“. Das hat meine Aufmerksamkeit erregt. Darin wird der unendliche Wortschwall gebrandmarkt, der täglich als „Non-Sense“ durch die Sender wabert. Gleichzeitig wird erkennbar, dass Menschen sich nach dem einen Wort, das „Sinn“ macht und das Tiefe hat und zugleich Ernsthaftigkeit transportiert, sehnen.
II)
Das Wort in den Wörtern
Dieses Wort, das Sinn macht und auch Wirkung zeigt, ist das Wort, das mit Gott gleichgesetzt wird. Eine dieser Wirkungen, die von diesem Wort ausgehen, besteht in seiner „Heilwirkung“ oder man kann auch aus theologischer Sicht sagen: In der Wirkung der Versöhnung. Dies klingt etwa in dem Vers Joh. 1,5 an, wo es heißt: „Und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.“ In Vers 11 wird diese ablehnende Haltung der Welt noch einmal bekräftigt: „Er kam in sein Eigentum und die Seinen nahmen ihn nicht auf“. Der Text spricht also die Erkenntnis von der Versöhnung und seiner Ablehnung aus: „In ihm war das Leben“, aber die Welt erkannte ihn nicht. Und in einer anderen Metapher heißt es: „Das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet.“ (V. 9) Das Wort, das Licht oder Gott selbst ist also die Errettung und die Erlösung. Mit dieser Wort- und Bedeutungskette wird die weihnachtliche Aussage transportiert: Gott selbst ist in der Welt als ihr Schöpfer anwesend. Obwohl hier Unterscheidendes und Trennendes zwischen den Religionen liegt, wird dennoch deutlich: Es geht um Erlösung und Versöhnung – auch im Judentum und im Islam. Die Wege dorthin unterscheiden sich indes.
Vielleicht ist es wohl am angemessensten im Angesicht der Getragenheit und Tiefe des Textes, der hymnischen Sprache in der Form eines Liedes zu begegnen. Der Reformator Martin Luther hat in einem seiner ersten Kirchenlieder im Jahr 1524 eine mittelalterliche Melodie mit einem Text versehen und „verdichtet“ in dem Lied „Gelobet seist Du Jesu Christ, dass Du Mensch geworden bist…“ (EG Nr. 23) den Johannesprolog. Dort heißt es in Strophe 4:
„Das ewig Licht geht da herein,/
Gibt der Welt ein‘ neuen Schein,/
Es leucht‘ wohl mitten in der Nacht/
Und uns des Lichtes Kinder macht./
Kyrieleis“
In der christlichen Tradition bildet die Offenbarung den Grundpfeiler theologischen Verstehens. Im Zentrum des Prologes im Johannesevangelium steht genau dieser Gedanke, dass Gott oder das „Wort“ Fleisch wurde und auf der Erde wohnte. (Joh. 1,14) In diesem Vers ist die Theologie des Christentums im Kern enthalten. In der Alten Kirche stritt man um die Art und Weise dieser Menschwerdung. Die Vorstellung, dass Gott selbst auf die Erde kommt und Mensch wird, ist im Kontext antiker Religionen fremd und auch heute streiten sich die Religionen über das Faktum der Offenbarung. Dass Gott Mensch wird, aber vor allem die Tatsache, dass Gott dann auch als Mensch „stirbt“, ist eine Provokation für die antiken Religionen. So half man sich durchaus mit der Vorstellung, dass Gott ja nur auf der Welt „wohnte“ und Martin Luther dichtet:
Der Sohn des Vaters, Gott von Art,/
Ein Gast in der Welt hier ward/
Und führt uns aus dem Jammertal,/
Macht uns zu Erben in seim Saal./
Kyrieleis
Mit diesem einen Wort durchbricht Gott den Zusammenhang der unendlich vielen Wörter in der Welt. Hier ist Tiefenwirkung erreicht und wenn dieses Wort „zwischen den Zeiten“ am zweiten Weihnachtsfeiertag zu Gehör kommt, dann stellt sich die Ernsthaftigkeit von alleine ein, die wir – mit Recht – in der Erinnerung des Weihnachtsgeschehens erhoffen, erwarten und oftmals nicht erfahren.
Der Sohn Gottes ist – so der Tenor des Johannesprologs – das Wort in den Wörtern. Er ist die eine Offenbarung Gottes und zugleich identisch mit Gott. Martin Luther interpretiert aus dem Text ganz deutlich: Der Sohn ist „Gott von Art“ und er greift damit auf die Zwei-Naturen-Lehre zurück. Das Johannes-Evangelium spricht im Übrigen erst in Joh. 1,17 davon, dass mit dem, was beschrieben wurde, Jesus Christus gemeint ist. So öffnet sich der Vorhang nur langsam und bleibt ein Rest des Geheimnisses.
III)
Von Wörtern und Wirkungen
Worte haben Wirkungen. Diese allgemeine Erkenntnis gilt aus meiner Sicht um so mehr für das Wort der Offenbarung. Diese Offenbarung, wie sie im Johannesevangelium beschrieben wird, hat im christlichen Verständnis einen Endgültigkeitscharakter, aber vor allem: sie hat auch ein Ziel. In den letzten beiden Strophen drückt Luther dies in seinem Lied aus:
Er ist auf Erden kommen arm,/
Dass er unser sich erbarm/
Und in dem Himmel mache rein/
Und seinen lieben Engeln
Das hat er alles uns getan,/
Sein groß Lieb zu zeigen an./
Des freu sich alle Christenheit/
Und dank ihm des in Ewigkeit./
Kyrieleis
Es geht also in dem Geschehen der Offenbarung und der Menschwerdung Gottes um die Gnade. Und diese Gnade wird beschrieben als Akt der Liebe. Es ist eine Liebe, die von Gott ausgeht und die die Herzen der Menschen in der Tiefe erfasst. Jesus Christus war und ist diese Liebe in Person. Er verdeutlicht, dass wir in unserem irdischen Leben angewiesen sind: auf den Nächsten, auf Zuwendung, auf Anerkennung und Respekt. Auf diese Weise werden die Menschen zu Gottes Kindern. (Joh. 1,12) Und diese Erkenntnis gilt im Christentum wie auch im Judentum und Islam. Weihnachten weitet sich demnach mit dem Johannesevangelium zu einer Doppelbotschaft:
Gott wird im Wort geboren und wir Menschen sind Gottes Kinder, weil er uns in seinem Wort zu solchen annimmt. Mit diesen Worten kann man doch im Leben was anfangen. Es geht ans Herz, es hat eine Tiefenwirkung und ist dem unendlichen Geschwätz der wabernden Gesichter in den Talkshows und dem unerträglichen Lärm oder säuselnden Gesinge in Kaufhäusern überlegen. Das Wort des Johannesevangeliums macht still und ehrfürchtig, weil es die Seele erfasst; es erträgt nicht das gleißende Neonlicht der Einkaufpassagen und will in der Ruhe des 2. Weihnachtstages andächtig gelesen, meditiert und verstanden werden. Weil das so ist, begebe ich zum Lesen und Verstehen dieses Textes in die „stille Nacht“ – für mich ist das der frühe Morgen der Festtage – an einen Ort, der „nicht gefunden werden kann außer man weiß wo er ist“ wie es Captain Jack Sparrow im Film „Fluch der Karibik I“ sagt.
Aber um eines möchte ich sie dann bitten: Bleiben sie im nächsten Jahr dort, wo sie sind und kommen sie nun nicht auf die Idee, die Ostsee aufzusuchen. Denn denken Sie daran: Am zweiten Weihnachtstag stehe ich irgendwo am Strand an der Ostsee und suche das Wort in den Wörtern. Dabei möchte ich nicht gestört werden. Hoffentlich finden Sie das Wort der Wörter dann in einem Gottesdienst in der Kirche. Zu wünschen ist es Ihnen.
Link zur Online-Bibel
Predigt zu Johannes 14,27-31a von Karoline Läger-Reinbold
Predigt zu Johannes 14, 27-31a
Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Und jetzt habe ich's euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubt, wenn es nun geschehen wird. Ich werde nicht mehr viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt. Er hat keine Macht über mich; aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und tue, wie mir der Vater geboten hat.
Liebe Gemeinde,
Frieden – was genau ist das für Sie? Wenn wir uns jetzt die Zeit nehmen würden für eine persönliche Definition, worauf könnten wir uns verständigen? Für mich gibt es da Zugänge auf drei verschiedenen Ebenen, vielleicht sind es auch eher konzentrische Kreise:
da ist (erstens) der kleine, manchmal etwas dürftige, private Frieden. Wenn die Familie am Sonntagnachmittag zusammen kommt und es nicht gleich wieder um die alten Themen geht. Um den immer gleichen Streit und die alten Verletzungen. Wenn wir nicht gleich wieder aufeinander losgehen, sondern wenn es gelingt, miteinander zu reden im Hier und im Jetzt. Aufeinander zu hören, dem anderen mit Achtung und Interesse, mit Respekt und mit Wärme zu begegnen. Dann ist das wenigstens „ein bisschen Frieden“.
Und dann ist da (zweitens) der große, ziemlich abstrakte, der fast vergessene Frieden. Dass wir in einem Land leben, in dem wir uns sicher fühlen können. Ein Land, in dem die Luftschutzbunker abgerissen werden – oder aufwändig umgebaut, zu edlen, teuren Appartements. Ein Land, in dem die Soldatinnen und Soldaten sich freiwillig für den Dienst in der Bundeswehr melden, weil sie vom Friedensauftrag dieser Truppe überzeugt sind. Ein Land, in dem nachts keine Granaten einschlagen. Dass dies nicht selbstverständlich ist, das habe ich in meiner Kindheit immer wieder staunend erfahren, wenn Eltern und Großeltern ganz plastisch ihre Kriegserlebnisse geschildert haben – was sie nie gerne getan haben. Am stärksten habe ich es bei der Großmutter gesehen. Sie hatte beide Weltkriege erlebt, den einen als junge Frau, und den anderen als Mutter von zwei Kindern. Diese Erfahrung prägte ihr Denken, ein Leben lang. Die böse Zeit, von der sie hoffte, dass sie nie wieder kommt. Und dass man immer genügend Kerzen und Konserven im Haus haben muss. Dass man weiß, wo man im Keller einen sicheren Raum hat. Dass bei Sirenengeheul das Radio angestellt wird und dass man die wichtigen Sachen so aufbewahrt, dass sie im Fall eines Falles schnell mitgenommen werden können. Als Kinder fanden wir das schrullig. Inzwischen habe ich verstanden: dieser Krieg, der für uns sehr weit weg war, war für sie in Wahrheit noch ziemlich real.
Aber da ist (drittens) außerdem der Frieden als ferner Sehnsuchtsort. Der Frieden, der so unendlich entfernt ist, wenn uns die Nachrichten am Abend in der Tagesschau an die Unruheherde dieser Erde bringen: nach Syrien und in seine Nachbarstaaten, in die Ukraine, nach Westafrika, wo auch immer Menschenleben bedroht sind. Durch Krieg und Gewalt, durch Terror und Machtgier, oder einfach nur durch schlechte Lebensbedingungen. Und je mehr ich mich damit beschäftige, umso deutlicher wird mir, wie groß und umfassend mein Begriff von Frieden ist. Dass es um viel mehr geht als um das Schweigen von Waffen. Nämlich um Gerechtigkeit und Versöhnung. Um sozialen Frieden. Um Chancengleichheit, Humanität, wie auch immer wir das dann nennen. Und es geht auch um Heilung. Und um den Frieden mit der Natur, zwischen Menschen und Tieren. Die Bibel hat dafür das Wort Schalom. Und Schalom ist etwas, das ganz eng mit Gott verbunden ist. Gott schenkt Schalom. So, wie wir es hier aus den Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium hören: meinen Frieden gebe ich euch.
Dieser Friede, dieser Christusfrieden, das ist sein Abschiedsgeschenk, sein Vermächtnis an uns. Es ist das, was uns bleibt – mal als Sehnsucht und mal als Vorgeschmack. Die meiste Zeit wohl aber als Sehnsucht.
Denn unsere Welt ist abgrundtief weit weg – von diesem Frieden im umfassenden Sinn. Bei aller Dankbarkeit für unser Leben hier und heute gibt es da kein Vertun. Und zum Dank für jeden noch so kleinen Friedensmoment gehört für mich das Gedenken:
Das Gedenken an die massenhafte Ermordung jüdischer Menschen im Holocaust, an die Ausgrenzung , Vertreibung und Verfolgung von Minderheiten. Die Erinnerung an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 erfüllt uns mit Trauer und Scham. Der Nationalsozialismus und seine Folgen haben unser Land über Jahrzehnte geprägt. Darum war ich dankbar und froh zu hören, wie der Orientalist und Schriftsteller Navid Kermani im Mai dieses Jahres bei seiner Rede zum 65. Geburtstag unseres deutschen Grundgesetzes im Bundestag von seinem Stolz auf dieses Deutschland im Jahr 2014 sprechen konnte. Vieles hat sich verändert, hat sich zum Guten gewandelt in diesem Land. Die Menschen sind offener geworden, die Bereitschaft, Flüchtlinge und Zuwanderer freundlich aufzunehmen, ist größer geworden, auch wenn das sicher noch nicht alles so ausreicht. Bürgerschaftliches Engagement geschieht und ist wirksam, sei es in der Kirche, in den politischen Parteien, in Vereinen oder anderen Initiativen.
Und auch das haben wir in diesem Land erlebt, wie viel Kraft davon ausgehen kann, wenn Menschen sich etwas trauen, wenn sie gemeinsam kämpfen für ihre Freiheit, so wie die Bürgerinnen und Bürger der DDR, die mit ihren friedlichen Protesten vor 25 Jahren die Mauer zum Fall gebracht haben. Der 9. November 1989 wurde zum Höhepunkt einer Bewegung, die niemand mehr aufhalten konnte und wollte. Mit dem Fall der Mauer begann eine neue Epoche, und alle, die das miterlebt haben, werden mit großer innerer Bewegung daran zurück denken. Und für die Jüngeren ist praktisch selbstverständlich, dass diese Mauer nicht mehr als eine Episode in der deutschen Geschichte bleiben konnte. Das stimmt mich hoffnungsvoll und froh.
Gleichzeitig ist klar, dass dieser Frieden, in dem wir leben, nur etwas Vorläufiges ist. Etwas Fragiles: gefährdet, zerbrechlich. Mit zahlreichen Veranstaltungen sind wir 2014 an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnert worden. Die Kriegsbegeisterung und der Enthusiasmus, mit dem sich viele damals auf den Weg gemacht haben, ist aus heutiger Perspektive abstoßend und erschreckend. Mit hoher Emotionalität und großem Vaterlandspathos wurde die Kriegsmaschine in Gang gesetzt, mit grausamen Folgen. Hat die Menschheit genügend daraus gelernt? Schrecklich sind die Bilder, die wir in den letzten Wochen und Monaten zu sehen bekommen haben, waffenstarrende Krieger, Bomben und Tretminen, fanatische Hassprediger und eiskalte Potentaten. Das alles ist Gegenwart, keine Vergangenheit, und passiert ganz in der Nähe, an den Grenzen Europas. Ohnmächtig machen mich diese Bilder – doch was kann ich ihnen schon entgegensetzen?
Es ist der Frieden als Sehnsuchts-Wort. Als das Bild einer Gegenwelt, die – manchmal trotzig, manchmal kess und oft auch einfach nur verzweifelt – den Realitäten ins Auge blickt und „nein“ dazu sagt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht, sagt Jesus seinen Jüngern. Das ist gar nicht leicht, denn die Bilder von Krieg, Gewalt und Zerstörung, die Bilder von Flucht und Vertreibung sind grausam und stark, sie gehören zum Alltag unserer Welt. Das Johannesevangelium aber verweist noch auf eine andere, eine darüber liegende Wirklichkeitsebene. Da ist der Vater im Himmel, der seinen Sohn zu uns gesandt hat, damit wir verstehen: unser Leben ist mehr als das, was wir hier täglich vor Augen haben. Da ist ein liebender Gott, der wie ein Vater, eine Mutter für uns sorgt. Da gibt es Frieden und Versöhnung, da gibt es Heilung und Schalom. Das, was ihr euch in euren kühnsten Träumen nicht vorstellt, das alles gibt es bei ihm. Das liest sich bei Johannes manchmal sehr geheimnisvoll, fast schon verschwörerisch, so als sei es ein Geheimwissen, das die Christinnen und Christen verteidigen müssten gegen die böse, ferne Außenwelt. Vermutlich haben sie es damals allzu oft so empfunden.
Der Fürst dieser Welt, das ist die niederziehende Kraft der Sachzwänge und Realitäten. Diejenigen jedoch, die sich zu Christus bekennen, diejenigen, die wissen, dass sie zu Gott gehören und er ihr Vater ist, die haben die Kraft, sich zu befreien von diesem Regime. Wir, die wir diesem Christus folgen, wir haben ein Bild, eine Vorstellung vom Frieden, dem wir anhängen und für das wir uns einsetzen können. Oft schaffen wir das nur mit Mühe, und manchmal gelingt es uns auch nur für den Moment und im kleinen Kreis, unter unseren Freundinnen und Freunden oder in der Familie. Wenn wir aber Glück haben, dann strahlt dieser Frieden aus und wächst weiter, führt zum Ausgleich der verschiedenen Interessen, führt zur Einigung und zum Verständnis, führt vom Stillhalteabkommen bis zur Verständigung. Und über allen Versuchen, den Frieden im Kleinen zu entdecken und zu pflegen, steht dieses Wort Jesu Christi: Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Der Frieden ist schon da, wir können ihn entdecken, ihm nachgehen, ihm anhängen, im Großen und im Kleinen.
Gott schenkt ihn uns als seinen Frieden, den weltumspannenden Schalom. Davon träumen wir, darauf hoffen wir, danach sehnen wir uns. Jeden Tag. Bis dass er kommt. Amen.
Link zur Online-Bibel
ZDF-Predigt über Johannes 4, 6-30 von Pfarrerin Andrea Busse
Liebe Gemeinde,
am Anfang war der Durst. Der Durst nach Freiheit, Recht, sozialer Gerechtigkeit. Diese Sehnsucht hat Tausende in Kairo auf den Tahrir-Platz getrieben – am 25. Januar 2011. Der Beginn der ägyptischen Revolution. Fast zur gleichen Zeit saß eine Gruppe ägyptischer Frauen an der Vorbereitung für den Weltgebetstag, der 2014 Ägypten in den Mittelpunkt stellt.
Und ich habe auch den Ort vor Augen, an dem sie sich getroffen haben, um über "Wasserströme in der Wüste" - das Motto des Weltgebetstages nachzudenken. Anafora – ein koptisches Zentrum – entstanden in der Wüste. Durch Bewässerung nach und nach fruchtbar gemacht. Ich liebe diesen Ort: Nachts sieht man den sternenklaren Himmel. Es ist still dort, so still wie es eben nur in der Wüste sein kann. Es war für mich ein Zufluchtsort, wenn ich mal aus dem lauten, quirligen, lebendigen Kairo raus und zur Ruhe kommen wollte.
Während die Frauen also in Anafora darüber nachdachten, welche Texte und Themen den Weltgebetstag aus Ägypten bestimmen sollten, standen Menschen, auch viele Frauen, auf dem Tahrir in Kairo und schrien ihre Sehnsucht lautstark heraus. Sprachen von ihrem Durst nach Leben. Leben, das mehr ist als Über-Leben.
Am Anfang war der Durst. Auch schon in biblischen Zeiten. "Gib mir zu trinken!" sagt Jesus zu der Frau am Brunnen. (Er sitzt da mit leeren Händen.) Das Wasser - viel zu tief unten. Ihm fehlt ein Krug zum Schöpfen. Die Frau hat einen. Er spricht sie also an – obwohl man das nicht macht: nicht ein Mann eine Frau, schon gar nicht ein Jude eine Samariterin. Denn Juden und Samaritaner – diese beiden benachbarten Volksgruppen – waren sich spinnefeind. Aber: Wer wirklich Durst hat, fragt nicht nach Freund und Feind. Jesus bittet die Frau um Wasser und dann bietet er ihr Wasser:
Sie missversteht ihn. Lebendiges Wasser – das scheint ihr als eine Art Wunderwasser, das von alleine immer weiter sprudelt und das ihr die Arbeit, den täglichen Gang zum Brunnen, erspart. So nicht, sagt Jesus. So kommt man nicht ans lebendige Wasser. Der Brunnen ist tief, da muss man sich weit beugen. Wer sich über den Brunnen beugt, der sieht nicht nur das Wasser, der sieht auch sich selbst. Im Hebräischen – und auch im Ägyptischen – ist das Wort für Brunnen und Auge das gleiche.
Das Wasser eines Brunnens ist wie ein Spiegel, ein Auge der Erde. Dieses Auge sieht dich und du siehst dich in diesem Auge. Um an das lebendige Wasser zu kommen, muss die Samariterin sich selbst ins Auge blicken. Daher dieser seltsame Themenwechsel mitten im Gespräch. Eben noch reden sie über Wasser und plötzlich dreht sich alles um die Männergeschichten der Frau. Es ist ihre Lebensgeschichte und zeigt -: ihre Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe, nach gelungener Beziehung. Jesus sagt, wie es ist: du hast fünf Männer gehabt und der sechste ist gar nicht dein Mann – und zeigt ihr damit: "Ich sehe dich, ich sehe dich an. Du hast An-sehen, du hast in meinen Augen Würde." Deswegen kann die Frau ihre Sehnsucht erkennen und anerkennen.
Unser Durst, unsere Sehnsucht verrät uns, wer wir sind. Das sehen wir besonders gut, in der Begegnung mit anderen, mit Fremden. Ich habe mich selbst in Ägypten, als Ausländerin, als Fremde, noch einmal völlig anders kennen gelernt. Wenn ich z.B. zwischen zwei Terminen in einem Café saß und eine halbe Stunde auf einen ganz normalen Kaffee warten musste, obwohl fünf Kellner für drei Gäste zuständig waren, dann riss mir der Geduldsfaden – und ich traf auf völliges Unverständnis bei den Kellnern. Dann sah ich mich durch ihre Augen: eine reiche Frau, die sich diesen Cafébesuch leisten und doch diese halbe Stunde in Ruhe nicht genießen kann. Wieso nicht?
Ich habe die Gelassenheit der Menschen dort genossen – und selbst schnell die Grenzen meiner Gelassenheit gespürt. Mich in den Augen der anderen zu spiegeln – das kann mich verändern. Auch die Frau am Brunnen ändert sich. Sie wird mutig. Sie ahnt: Dieser Fremde ist meine Chance. Er zeigt mir, wie ich bin. Vielleicht kann er mir auch zeigen, wie Gott ist. Und so stellt sie die Fragen aller Fragen: Wie glaube ich richtig? So wie die Samaritaner oder wie die Juden?
Entweder – oder, richtig oder falsch, wir oder ihr – dazwischen gibt es nichts. Einer muss ins Unrecht gesetzt werden. Aber Jesus lässt sich auf das Entweder - Oder nicht ein. Gott lässt sich nicht festlegen auf ein Hier oder Da, euer Gott oder unser Gott. Gott der Christen oder Gott der Muslime. Gott ist frei, frei auch über Grenzen zu gehen, so wie Jesus, als er nach Samarien ins Feindesland reist. Gott taucht dort auf, wo man ihn nicht erwartet. Hier und jetzt an diesem Brunnen begegnet die samaritanische Frau Gott. Gott ist Geist, und der Geist weht, wo er will.
Das erlebt die Frau. Jesus doziert nicht über das lebendige Wasser, er lässt sie trinken. Sie trinkt seine Zuwendung und Anerkennung. Ihr Durst ist gestillt. Und wir – wo bleiben wir heute mit unserer Sehnsucht? Was ist mit der Sehnsucht der Ägypterinnen, was mit unserer? Ich habe in Ägypten – gerade in den Tagen und Wochen nach der Revolution – manches aufblühen sehen. Vorher gab es viele Tabus, Themen, über die einfach nicht geredet wurde – und ich hätte nie gewagt, meine ägyptischen Freunde darauf anzusprechen. Politik, z.B. war so ein Thema. Und plötzlich, 2011, habe ich lebhafte Diskussionen genau darüber miterlebt. Da standen Mütter und Väter mit mir auf dem Schulhof und während wir auf unsere Kinder warteten, wurden hitzige politische Debatten geführt. Direkt vor der Präsidentschaftswahl z.B. "Wen sollen wir wählen Mursi oder Schafik? Eigentlich keinen von beiden. Wir wollen nicht die Muslimbrüder und auch nicht das alte Regime", sagten die einen. "Aber wir haben wenigstens eine Wahl" – sagten die anderen, "das ist mehr als wir jemals zu träumen gewagt haben."
Natürlich sind schon wieder viele Träume ausgeträumt. Christen und Christinnen haben es schwer in Ägypten. Aber manches wächst auch langsam. Wenn mein Mann und ich zu unserer Partnerkirche, der koptischevangelischen Kirche eingeladen waren, dann sollte oft ich vorne sprechen – und zwar unbedingt in Amtskleidung, damit ich als Geistliche erkennbar war. Eine Pfarrerin eben. Pfarrerinnen gibt es in der evangelischen Kirche in Ägypten nicht – noch nicht. Aber Frauen in der koptisch-evangelischen Kirche werden stärker, - vielleicht sogar bald Geistliche. - Das finde ich ein erstaunliches Zeichen.
Am Anfang war der Durst. Die Frau am Brunnen hat gezeigt, wie es geht: Aus dem vollen Schöpfen. Sie macht uns Mut, dem Fremden zu begegnen. Nur so können wir Dinge auch mal anders sehen. Mit anderen Augen. Vielleicht auch uns selbst anders sehen. Das können wir nicht, wenn wir allein bleiben. Auch nicht, wenn wir nur unter Gleichgesinnten bleiben. Der Weltgebetstag lädt ein, einer fremden Kultur zu begegnen. Auch einer fremden christlichen Kultur. Wenn ich in Kairo mit deutschen Konfirmandinnen und Konfirmanden einen orthodoxen Gottesdienst besucht habe – dann war ihnen das völlig fremd. Der viele Weihrauch, -Melodien, die –ganz anders klingen. Für manche war das –ungewohnter als der Besuch einer Moschee. Und doch ist es unser gemeinsamer Glaube an Jesus Christus, der da besungen wird.
So können wir lernen, die Welt, den Glauben – auch uns selbst anders zu sehen. Was ich brauche, um meine Sehnsucht zu stillen, das kann ich mir selbst nicht geben – dazu brauche ich ein Gegenüber. Der Brunnen ist schon immer ein Ort der Begegnung gewesen. Nur in der Begegnung kann unsere Sehnsucht gestillt werden – in der Begegnung mit anderen, mit mir selbst und mit Gott.
Was trocken ist, blüht auf. Das sind immer nur Momente – nie ein Zustand. Wer keinen Hunger hat, ist satt, wer keinen Durst hat ist – ja was? Die deutsche Sprache hat kein Wort dafür. Das passt. Unsere Sehnsucht wird nie auf Dauer gestillt sein, und das ist auch gut so. Die Sehnsucht wach halten, heißt auch die Sehnsucht nach dem anderen wach halten. Und nach Gott. Uns immer wieder aufmachen, an den Brunnen setzen und sehen, wer dort auf uns wartet.
Amen.