Ein Traum von Kirche: Gutes Leben für alle - Predigt zu Apostelgeschichte 2,41-47 von Olaf Waßmuth

Ein Traum von Kirche: Gutes Leben für alle - Predigt zu Apostelgeschichte 2,41-47 von Olaf Waßmuth
2,41-47

Liebe Gemeinde,

der Urlaub regt die Phantasie an.* Meine jedenfalls. Da lässt man ein wenig die Gedanken baumeln: Wie könnte das Leben aussehen, wenn ich nicht mehr ständig zur Arbeit müsste? Wenn ich 24 Stunden zur freien Verfügung hätte, jeden Tag? Wenn ich täglich diesen wunderbaren Blick auf den See (/das Meer) oder auf die Berge hätte? Wenn – statt gelegentlich mal – meistens oder immer die Sonne schiene? Wäre das nicht herrlich? 

Vielleicht gehören Sie auch zu denen, die im Urlaub spinnige Ideen bekommen übers Auswandern oder wenigstens darüber, einen Camper oder eine Ferienwohnung zu kaufen. (Vielleicht gehören Sie sogar zu denen, die genau das längst getan haben und heute deshalb hier sind...)

Die Urlaub regt zur Phantasie an – über das gute Leben. Zum Träumen von einer Welt, in der es anders zugeht als in der, die wir täglich erleben. Von der Zeitung und Tagesschau berichten.

Der Traum vom guten Leben, von einer anderen Welt – er begegnet uns an diesem sommerlichen Sonntag im Predigttext.

Die Zeilen, die ich Ihnen gleich vorlese, stammen aus der Apostelgeschichte im Neuen Testament. Sie erzählen von den Anfängen der Kirche, von dem, was nach Pfingsten geschah, damals in Jerusalem, als Gottes Geist über die Jünger Jesu kam. Der Jünger Petrus spricht vom Geist erfüllt zu der Menge – und daraus entsteht eine unglaubliche Bewegung. (Apostelgeschichte 2,41-47:)

41Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen.
42Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. 43Es kam aber Furcht über alle, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. 44Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam.
45Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte. 46Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen 47und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk.
Der Herr fügte aber täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.

Liebe Gemeinde,

über diesen Abschnitt aus der Apostelgeschichte kann man staunen: Wie wunderbar ist das! Massenweise treten Menschen in die Kirche ein ( – nicht aus…). Weil die Botschaft überzeugt. Aber auch – und vielleicht besonders –, weil das Miteinander überzeugt: Weil in der ersten Gemeinde keiner am Rand steht. Weil dort keiner zu wenig hat. Alles wird geteilt, die Gottes-Weisheit, Freude und Leid und sogar der materielle Besitz. Eine Gemeinschaft, die zusammenhält und zugleich nach außen wirkt. Kirche als Alternativmodell, als Stück heile Welt.

Über diesen biblischen Abschnitt kann man aber auch die Stirn runzeln. Sollte das wirklich so gewesen sein? Ist das nicht zu schön, um wahr zu sein? Und kennt man nicht die diversen Experimente in der Weltgeschichte, in denen ein solches Zusammenleben grausam misslungen ist? Man denke nur an liberté, fraternité und égalité in der Französischen Revolution, die in die Brutalität umkippte. Oder an den real existierenden Sozialismus, der in repressiven Diktaturen endete.

Kann denn Kirche perfekter sein als die Welt? Hier ließen sich, Gott sei es geklagt, auch ganz schnell Gegenbeispiele finden.

Und trotzdem ist das ein richtungsweisender Text.

Für mich hat er den Charakter einer Vision. So ähnlich wie die Wunder Jesu in den Evangelien beschreibt er eine neue Wirklichkeit, die sich nicht machen lässt, sondern Gegenstand der Hoffnung ist. Das Reich Gottes ist nahe gekommen, sagt Jesus, und wirkt Zeichen dafür, was das bedeutet: Krankheit, Ausgrenzung und Tod enden.

Das Reich Gottes ist nahe gekommen – diese Botschaft wird von den Jüngerinnen und Jüngern nach Ostern weitergetragen. Und dabei verwirklichen sie zeichenhaft, was damit gemeint ist: ein Miteinander, bei dem keiner zu kurz kommt; Gerechtigkeit und Respekt für alle. Das Zusammenleben der ersten Gemeinde ist ein Wunder.

Immer wieder hat es in der Kirchengeschichte Phasen gegeben, in denen Menschen von diesem Anfang auf die ein oder andere Weise inspiriert wurden, es einfach zu probieren: anders zu leben als die anderen. Anders mit Besitz umzugehen; Gemeinschaft intensiver und verbindlicher zu verwirklichen. In Klöstern. Oder auch in Familienkommunitäten. Für ein ganzes Leben. Und manchmal nur auf Zeit. Solche Gemeinschaften sind für mich Leuchttürme, die die Kirche braucht. Es sind Zeichen und Wunder, die Gottes Geist wirkt.

Wir alle, die meisten von uns zumindest, sind Teil einer zutiefst verbürgerlichten Kirche. Wir leben eigene, private Leben. Und wir können und wollen daran wahrscheinlich auch so schnell nichts ändern. Dafür gibt es tausend praktische Gründe.

Und doch stellt diese Geschichte vom Anfang der Kirche immer wieder unsere Phantasien von einem guten Leben in Frage.

Wenn ich vom guten Leben träume, dann denke ich meistens an mich selbst. Und nur an mich selbst. Ich denke darüber nach, wie ICH es noch ein Stück bequemer, entspannter, wärmer und sonniger haben könnte. Ich denke nach über weniger Arbeit, weniger Stress, mehr Freiheit und Ruhe. Es sind Träume vom Typ „Schlaraffenland“.

Damit bin ich nicht allein. Wenn unsere Gesellschaft sich in die Zukunft träumt, dann geht es fast immer um neue Techniken – für unsere Energiesicherheit, für Mobilität, für Wohlstand und Wachstum, weniger Krankheit, ein höheres Alter. Es werden gigantische Summen investiert, um Innovationen zu entwickeln, die für die Einzelnen ein längeres und bequemeres Leben ermöglichen. Und das ist ja auch richtig so.

Aber ist das schon „das gute Leben“?

Aus biblischer Sicht hat das gute Leben etwas mit dem gelungenen Miteinander von Menschen zu tun. Damit, wie sie kommunizieren. Wie sie sich respektieren und achten. Wie sie aufeinander hören. Wie sie teilen, was jeder braucht. Gutes Leben heißt immer auch Gerechtigkeit und Fairness. Das Reich Gottes ist kein Schlaraffenland.

Warum kommt das in meinen Phantasien vom guten Leben so wenig vor? Warum wird für diese Dimension von Zukunft eigentlich so wenig Geld ausgegeben, so wenig geforscht? Warum träumen so viele Menschen von selbstfahrenden Autos, von smarten Häusern und künstlicher Intelligenz? Warum träumen sie so selten von flachen Hierarchien, geringen Einkommensunterschieden, funktionierenden Netzwerken, vom Ende der Armut und der Ausgrenzung von Menschen?

Aus biblischer Sicht ist das das Zeichen einer fundamentalen Geistlosigkeit. Denn seit Pfingsten stiftet der Geist Gottes Menschen dazu an, ihr Miteinander zu erneuern. Dort erfinderisch und innovativ zu sein. Wo Gottes Geist wirkt, gibt es gutes Leben nur als gutes Leben für alle.

Zur Erinnerung daran brauche ich die Gemeinschaft der Kirche.

Nicht die Kirche als perfekte Gesellschaft. Die gibt es, wie man nüchtern zugeben muss, ebenso wenig wie die anderen perfekten Gesellschaften, die Menschen zu errichten versucht haben.

Nein, ich brauche die Kirche als Ort für ein exemplarisches, zeichenhaftes Miteinander. Als Raum, in dem man anders miteinander umgeht als sonst. Wo man andere aushält, die anders sind als man selbst. Wo man immer wieder teilt, was man hat, an Besitz und an Gaben. Wo man hört auf die alten Geschichten und Träume, auf die Worte der Apostel und Propheten. Wo man miteinander feiert und im Namen Jesu das Brot teilt. Wo die Beziehung zu Gott Gestalt gewinnt im Gebet.

Es sind diese elementaren Dinge, die die Kirche zur Kirche machen. Ohne die christlicher Glaube gar nicht vorstellbar ist.

Für Kritik an der real existierenden Kirche gibt es viele Gründe. Wer wüsste das besser als jemand, der schon ziemlich lange dort arbeitet. Diese Kirche hat Strukturen und Institutionen ausgebildet, auf die man verzichten kann und irgendwann vermutlich verzichten muss. Aber auf die Kirche als Gemeinschaft, in der das gute Leben gemeinsam erprobt wird, können wir nicht verzichten.

Die vielen klugen und freundlichen Menschen, die mir als Pfarrer erklären, dass sie für ihr Christsein die Kirche nicht brauchen, frage ich darum oft, wie sie damit umgehen, dass christlicher Glaube keine individuelle Weltanschauung ist. Sondern eine Vision von einem guten Leben für alle, von einem veränderten Miteinander. Wo kommt das in Deinem Glauben vor? (Und wenn Du Glaube als eine Art persönliche Lebenseinstellung definierst – wo kommt es vor, dass unsere Haltungen und Werte sich vor allem im Gegenüber zu anderen Menschen bilden – und nicht im stillen Kämmerlein?).

In einem Gottesdienst wie diesem wird das, was christliche Gemeinschaft ausmacht, zeichenhaft verwirklicht: das Miteinander von Menschen verschiedener Herkunft, das Hören auf die Botschaft der Bibel, das Brotbrechen und Feiern im Abendmahl, das Gebet in ganz verschiedenen Tonlagen und – wenigstens ansatzweise, in der Kollekte – auch das Teilen von Besitz.

Darum ist jeder Gottesdienst ein kleiner Anfang, ein Echo von diesem großen Anfang zu Pfingsten in Jerusalem, und vielleicht auch: ein kleines Wunder, das an dem großen Wunder der Kirche Anteil hat.

Mit diesem Gottesdienst wird der Traum von einem guten Leben für alle ein Teil Ihres Urlaubs – oder, falls Sie nicht im Urlaub sind, einfach ein Teil dieser neuen Woche. Nehmen Sie diesen Traum mit. Lassen Sie sich davon inspirieren, weiter zu denken: Was heißt gutes Leben für Sie? Und wo kommen die anderen Menschen vor, mit denen Sie Ihr Leben, Ihr Gemeinwesen und am Ende diesen Planeten teilen? Wie wird Ihr Traum vom guten Leben ein Traum vom guten Leben für alle?

Ich wünsche Ihnen einen traumhaften Urlaub/eine traumhafte Woche – und dass Sie das beständige Flüstern des Heiligen Geistes darin hören können!

Amen.

 

* Die vorliegende Predigt wird im Rahmen der deutschsprachigen Urlaubsseelsorge in einem Ferienort am Gardasee gehalten.

Vier Fragen zur Predigtvorbereitung an Pfarrer Dr. Olaf Waßmuth

1. Welche Predigtsituation steht Ihnen vor Augen?
Die vorliegende Predigt halte ich nicht „zu Hause“, sondern im Rahmen der deutschsprachigen Urlaubsseelsorge in einem Ferienort am Gardasee. Ich kenne die Gemeinde noch nicht (zumal sie ständig wechselt!), weiß aber, dass es dort Kurzzeit-Urlauber:innen und Teilresidente gibt.

2. Was hat Sie bei der Predigtvorbereitung beflügelt?
„Gutes Leben“ ist für mich das Stichwort, das die Urlaubssituation und das Anliegen des christlichen Glaubens verbindet. Das Leitwort sprang mir aus dem Predigttext durchaus entgegen – ich habe ihn darum nicht auf das Thema Abendmahl zugespitzt, das im Zentrum des Propriums steht. (Leider ist aus technischen Gründen an diesem Sonntag auch kein Abendmahl möglich).

3. Welche Entdeckung wird Sie weiter begleiten?
Die Frage, ob es so gewesen ist – ob der urchristliche Liebeskommunismus also historisch war – ist mir unwichtiger geworden. Im Text ist von den vielen Zeichen und Wundern der Apostel die Rede. Ich verstehe die radikale Gemeinschaft der ersten Christ:innen als ein (zeitlich beschränktes) Wunder, das wie die Wunder Jesu zeichenhaft auf Gottes Reich hinweist.

Perikope

Zu-mutung hat was mit Mut zu tun - Predigt zu Apg 9,1-20 von Barbara Bockentin

Zu-mutung hat was mit Mut zu tun - Predigt zu Apg 9,1-20 von Barbara Bockentin
9,1-20

(Der Predigttext wird vorher als Epistel gelesen.)

 

Da machte sich einer auf den Weg.
Zielsicher.
Selbstsicher.
Mit innerer Landkarte sozusagen.
Unterwegs anhalten und nachfragen, wie es denn weitergeht – nicht nötig. Ihn trieb sein Feuereifer an.
Den Segen der Oberen hatte er.
Er war nicht allein. Rechnete er doch mit reichlicher menschlicher Beute. So viele würde er aufstöbern können. Allein würde er es keinesfalls schaffen, sie mit sich zu nehmen.

Endlich – das Ziel vor seinen Augen.
Eine große Stadt.
Voller Leben.
Mit Schwierigkeiten rechnete er nicht. Im Gegenteil: seine Zuversicht wuchs.
Was sollte ihn noch hindern? Sein Plan würde aufgehen. Sorgen waren unangebracht.

Plötzlich von einem Moment zum anderen war alles anders. Es traf ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Das hatte er sich nicht einmal im Traum vorstellen können.
Erst dachte er, dass da bloß eine Stimme wäre. Sie hörte er ganz deutlich.
Doch da war mehr: Unvorstellbar. Ungeheuerlich.
Er sah eine Gestalt. Er sah den, der tot war. Nicht erst seit gestern. Tot. Ein Irrtum war ausgeschlossen.
Schweiß brach aus allen seinen Poren aus. Was war das? Keine Halluzination. Dazu war er zu deutlich erkennbar. Wenn er die Hand ausstrecken würde, könnte er ihn berühren.

Die Worte, beinahe liebevoll. Ohne Drohung. Eher werbend. Er ließ ihn seinen Weg fortsetzen. Hieß ihn warten. Auf was? Das erfuhr er nicht.

Dann war es vorbei.
Er schwankte.
Rappelte sich mühsam auf.
Fühlte sich hilflos.
Alles verschwamm ihm vor Augen.
Mehr noch. Er konnte wirklich nichts mehr sehen.
Eben noch zielsicher.
Selbstbewusst.
Mit dem Gefühl, alles im Griff zu haben.
Nun auf Hilfe angewiesen.
Im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln tappend.
Die Orientierung verloren.
Welch eine Zumutung!

Drei Tage lang dauerte dieser Zustand.
Drei Tage im Dunkel gelassen. Nicht zu wissen, was kommen würde. Wie es weitergehen könnte.
Hoffnungslos – so fühlte er sich. Alles vorherige war ihm aus den Händen geglitten.
Kaum auszuhalten!
Doch er tat, was ihm gesagt worden war.

In derselben Stadt an anderer Stelle erneut diese Stimme. Sie sprach zu einem anderen.
Einem Ängstlichen.
Zu Recht! Der gehört hatte, dass sein Leben und das der anderen bedroht war.
Er wehrte sich. Wollte nicht.
Welch eine Zumutung!

Doch er ließ sich schicken.
Zu dem, den er nicht kannte. Nur vom Hörensagen.
Nichts Gutes. nur Böses.
Nannte man das Gehorsam? Oder Leichtsinn!
Er wusste nicht, was auf ihn zukam.
Wie der andere reagieren würde.
Er verstand es nicht.
Die Absicht dessen, zu dem er geschickt wurde, zählte nicht. So, als ob es sie nie gegeben hätte.
Wie konnte das angehen?
Er sollte helfen. Heilen.
Er ging einfach.
Ohne Plan.
Gehorchte.
Vertraute.
Tat, wozu er geschickt wurde.

So trafen die beiden Männer zusammen.
Zufällig?
Auserwählt.
Unterschiedliche Erfahrungen. Erwartungen. Einstellungen. Lebenspläne.
Für beide tat sich der Himmel auf.
Das Dunkel verschwand.
Diese Begegnung machte sie zu Geschwistern.
Zusammengebracht von dem, der zu den Toten gegangen war. Von dem, der nach drei Tagen auferstanden war. Der zu ihnen beiden gesprochen hatte.
Sie erkannten einander.
Vom Geist beseelt.
Von Christus berührt.
Die Taufe, der Wunsch dazu zu gehören – logisch. Konsequent.
Keine Fragen mehr. Kein Warten. Keine Zweifel.

Jetzt hatte der eine ganz andere Pläne.
Ein neues Ziel.
Selbstsicher.
Mit Feuereifer würde er es verfolgen. Als einer von denen, die er verfolgen wollte.

Vier Fragen zur Predigtvorbereitung an Barbara Bockentin

1. Welche Predigtsituation steht Ihnen vor Augen?
Sonntagvormittag: etwa 30 Gottesdienstbesucher:innen, die meisten werden diese Geschichte kennen.

2. Was hat Sie bei der Predigtvorbereitung beflügelt?
Mich hat bei der Vorbereitung weniger die Bekehrung des Saulus interessiert. Spannender fand ich das Aufeinandertreffen von Paulus und Jesus, Jesus und Hannanias und von Hannanias und Paulus. Dabei stellte sich die Zumutung, die in diesen Begegnungen steckt, als das heraus, was mich angetriggert hat.

3. Welche Entdeckung wird Sie weiter begleiten?
Mich beschäftigt, welchen Mut sowohl Paulus als auch Hannanias brauchten, um sich auf die ungewollte neue Situation einzulassen. Aber auch, dass die Begegnung mit Jesus für beide den entscheidenden Impuls brachte.

4. Was verdankt diese Predigt der abschließenden Bearbeitung?
Mich hat bei der Schlussredaktion die Frage, die mich schon die ganze Zeit umgetrieben hat, beschäftigt, wieviel Erklärung dieser Text braucht. Ob die Predigt so verständlich ist. Die Entscheidung zu dieser kurzen Predigt bleibt bestehen.

 

Perikope

Glaube vor dem Tribunal der Philosophen - Predigt zu Apostelgeschichte 17, 22-34 von Rudolf Rengstorf

Glaube vor dem Tribunal der Philosophen - Predigt zu Apostelgeschichte 17, 22-34 von Rudolf Rengstorf
17, 22-34

Liebe Leserin, lieber Leser!

Eine weite Reise wird uns heute zugemutet - eine Reise in das alte römische Weltreich, in dem der Apostel Paulus unermüdlich unterwegs war, um das Evangelium unter die Leute zu bringen. Drei Städte hatten auf seinen Missionsreisen eine ganz besondere Bedeutung. Einmal natürlich Jerusalem - der Mittelpunkt des Volkes Israel, Ort des Leidens und Sterbens wie der Auferstehung Jesu und der Ausgangspunkt der christlichen Kirche. Deshalb kommt Paulus immer wieder nach Jerusalem zurück, um die Verbindung zu Israel und zur Mutterkirche nicht abreißen zu lassen. Und als Ziel seiner Reisen hatte Paulus natürlich Rom im Auge - die Hauptstadt der damaligen Welt. Dort im Zentrum der Macht wollte er dafür einstehen, dass Jesus Christus zum Weltgericht kommen und er allein über das Wohl und Wehe der Menschheit entscheiden wird. Und ziemlich auf der Mitte zwischenm dem Anfang und dem Ziel seiner Reisen liegt die dritte wichtige Stadt - nämlich Athen.

Athen war so etwas wie der geistige Mittelpunkt des römischen Weltreiches. Die Stadt der großen Philosophen Sokrates und Plato und Aristoteles. Das waren damals schon große Denker der Vergangenheit, aber noch ganz lebendig in den philosophischen Schulen, die Studenten aus aller Welt anzogen. Gleichzeitig war Athen auch so etwas wie eine Hochburg der Religionen. Nicht nur der griechischen Religion, die selber ja schon eine Fülle von Göttern hatte, Neben ihnen gab es damals eine Menge von religiösen Kulten, die sich mit Sicherheit auch im Stadtbild bemerkbar machten. Und so war die Stadt voll von Tempeln, , Götterbildern und Altären.Ja, man  scheint es geradezu darauf angelegt zu haben, möglichst alle bekannten Gottheiten der damaligen Welt in der Stadt darzustellen. Um sicher zu sein, dass  dabei kein Gott übersehen war, hatte man auch einen Altar mit der Aufschrift „Dem unbekannten Gott“ errichtet. Und merkwürdigerweise vertrug sich in dieser durchaus überschaubaren Stadt: das aufgeklärte Geistesleben mit Akademien, Professoren und Studenten mit dem religiösen Betrieb von Prozessionen, Beschwörungen, Orakelsprüchen, Tieropfern. In dieser Hinsicht war Athen gar nicht so furchtbar weit weg von uns. Denn das kennen wir ja auch: das schiedlich-friedliche Nebeneinander von wissenschaftlicher Rationalität auf der einen Seite und der Anziehungskraft von Esoterik, Okkultismus und Verschwörungstheorien auf der anderen: der Hang nach dem Verborgenen, Geheimnisvollen, Dunklen, nach all dem, was sich klarer geistiger Durchdringung und wissenschaftlicher Analyse entzieht.

Auf diese Atmosphäre traf Paulus in Athen. Als er beim Streifzug durch die Stadt sah, was da alles verehrt und angebetet wurde, ergrimmte er. Nichts hielt ihn im geheimnisvollen Dunkel der Tempel und Kapellen. Ihn zog es samstags in  die Synagoge und  am Alltag auf den Marktplatz, wo er das Evangelium von Jesus Christus verkündigte. Natürlich hörten ihn auch Anhänger der verschiedenen philosophischen Schulrichtungen, Die einen taten ihn ab als Schwätzer, andere meinten, der Mann käme mit etwas Neuem. Und da – wie Lukas erzählt – alle Athener bekannt waren für ihre Neugier, nahmen sie ihn mit auf den Areopag, das politische Zentrum der Stadt. „Sei so gut“, sagten sie zu ihm, „und erzähl uns, was du an Neuem in die Stadt bringst.“ Und so kam Paulus zu der Ehre im erlauchten Kreis der Philosophen die folgende Rede halten zu können:

Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch,was ihr unwissend verehrt.

Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. Da wir nun göttlichen Geschlechtes sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht.  

Na, das muss die Philosophen überrascht haben, die Paulus eben noch für einen Schwätzer gehalten hatten.  Diese Predigt vertrug sich gut mit dem, was die Philosophen über die Religion dachten.  Dass es unsinnig ist, sich ein Bild von Gott machen und ihn darstellen zu wollen. Denn Gott transzendiert. überschreitet alles Denken und Begreifen. Mit dem ganzen religiösen Betrieb der Stadt konnten die Philosophen genauso wenig anfangen wie Paulus. Aber der eine Altar mit der Aufschrift: Dem unbekannten Gott, der Altar, mit dem die Religiösen sich dagegen absichern wollten, möglicherweise einen Gott nicht berücksichtigt

zu haben, mit diesem einen Altar hatten sie unbeabsichtigt dem Gott der religionskritischen Philosophen einen Platz eingeräumt. Und das hatte ausgerechnet dieser fremde Prediger entdeckt! Den Blick dafür hatte Paulus aus dem Judentum, in dem er aufgewchsen war, mitgebracht. Der Gott Israels hatte sich stets jedem menschlichen Zugriff entzogen. Einen Tempel hatte er nur bauen lassen, damit die Juden einen Platz hatten, an dem sie Gott  in großer Gemeinschaft anrufen konnten.  Der Raum, der sonst im Tempel als das Allerheiligste galt und in dem das Bild des Gottes, der dort verehrt wurde, stand, im Tempel des Gottes Israels war dieser Raum leer, Die Kritik der Religion, die von  den Philosophen betrieben wird, haben die Juden sozusagen im Blut. Und das ist ein Erbe, das wir Christen im Umgang mit Religion sorgsam bewahren wollten. Bei aller gebotenen Toleranz gegenüber anderen Religionen und religiösen Praktiken in unseren Kirchen darf es keinen Zweifel daran geben, dass es dem Menschen nicht gegeben ist, Gott aus dessen Hand wir kommen, in unsere Hand zu nehmen und dingfest zu machen. Und wir haben keinen Grund, religionskritischen Philosophen aus dem Wege zu gehen. Mit Juden und Muslimen haben wir vieles gemeinsam mit ihnen.

Freilich ist das nicht alles, was Paulus zu sagen hatte. Was ihn auf seine Weltreisen triib, ist, dass er sich gesandt weiß von dem, an dem das Wohl und Wehe der Menschheit hängt. Und davon redete er jetzt:    

Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun. Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.

Also: Dass wir über Gott letztlich nichts sagen können, unser Leben lang in Skepsis oder auf der Suche nach ihm bleiben müssen, dabei hat Gott es nicht bewenden lassen. Er hat einen Menschen dazu bestimmt, uns Gott so nahezubringen, dass wir unser Leben in Verantwortung vor ihm führen können. Das gilt nicht nur für die Lebenszeit dieses Menschen, sondern für alle Zeit, weil Gott ihn von den Toten hat auferstehen lassen und alle von seinem Leben mitbekommen. Den Namen Jesu Christi lässt Paulus hier unerwähnt. Offenbar hat er auf die Neugier seiner Höhrer setzt und damit gerechnet, dass sie nachfragen würden und er ausführlich von Jesus erzählen könnte. Doch weit gefehlt:

Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, so b erichtet Lukas weiter, begannen die einen zu spotten, die andern aber sagten: Wir wollen dich darüber ein andermal hören

Kommt uns das nicht bekannt vor? So allgemein lässt sich ganz gut über Religion reden. Und zumindest unter klugen Leuten macht man sich damit nicht lächerlich. Doch wenns darum geht, dass wir unseren Glauben an diesem einen Menschen festmachen und wir in ihm auch heute den Platzhalter Gottes sehen, dann setzen wir uns leicht der Lächerlichkeit aus, zumindest stellt sich Distanz ein. Ich jedenfalls kenne das nur zu gut: Da öffne ich mein Herz, versuche, deutlich zu machen, worum es mir im Innersten geht: um  diesen Menschen Jesus,  der mir  in  seinem einprägsamen Reden und beispielhaften Tun Gott so nahe bring t, dass sich dabei eigentlich alle Fragen von selbst erledigen. Und dann merke ich, wie Gesprächspartner oder auch Predigthörerinnen und –hörer auf Distanz gehen. Das ist zutiefst enttäuschend. Doch dann tröstet es mich, dass es Jesus und seinen Aposteln nicht anders gegangen ist. Und dennoch haben Menschen sich ja auf den Glauben eingelassen. Denn, das war bei mir ja nicht anders, das Herz braucht seine Zeit, braucht Abstand Einsicht, bevor es sich festzumachen vermag.

Davon ist am Ende etwas zu spüren.

Er ging von ihnen fort. Einige Männer schlossen sich ihm an und wurden gläubig. Unter ihnen war auch Dionysius, einer aus dem Rat, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen.

„Er ging von Ihnen fort“. In diesen Worten steckt: „aufrecht, erhobenen Hauptes“. Weil er ihn, den er gerade verkündigt hatte, an seiner Seite wusste. Er ist die Kraft, die Paulus hielt.  Das müssen die paar Männer, unter ihnen Dionysios, der spätere Bischof der Gemeinde, und eine Frau namens Damaris, gespürt haben. Sie schlossen sich ihm an, bekamen etwas mit nicht nur von seiner Lehre, sondern auch von seinem Leben und kamen zum Glauben. Und dass dieser Text für den Sonntag Jubilate ausgesucht wurde, hat wohl seinen Grund zum einen darin, dass christlicher Glaube den Dialog mit den Klugen dieser Welt nicht zu scheuen braucht. Zum andern aber auch und wohl vor allem darin, dass der Glaube an Jesus Christuser auch unter Spott und Skepsis Früchte trägt. Amen.

Vier Fragen zur Predigtvorbereitung an Superintendent i.R. Rudolf Rengstorf

1.    Welche Predigtsituation steht Ihnen vor Augen?
Mir steht vor Aaugen, dass meine Predigt von Menschen gelesen wird, die ich nicht ken-ne, die  offenbar  Interesse an einer  Predigt für diesen Sonntag haben.. Einige von ihnen sind möglicherweise KollegInnen, dioe Anregungen für ihre Predigt am Sonntag suchen. Ich hoffe, dass ich ihnen mit dieser Predigt dienen kann, weise allerdings daraufhin, dass Veränderungen fürs Hören vorgenommen werden müssen, vor allem durch Kürzen der der  längeren Sätze.0

2.    Was hat Sie bei der Predigtvorbereitung beflügelt?
Die Nähe des Gottes Iaraels, von dem kein Bild zu machen ist, und philosophischer Religionskritik.

3.    Welche Entdeckung wird Sie weiter begleiten?
Das religiöse Diskurse wie auch PredigtenEleicht auf Distanz stoßen, gerade  wenns um den Kern  des christlichen Glaubens geht.Mich darauf einzustellen, dass Glaube Ab-stand, einsicht, Zeit braucht, um  sich in den Herzen zu verankern.

4.    Was verdankt diese Predigt der abschließenden Bearbeitung?
Das Coaching hat mir geholfen, gerad diesen Punk t am Ende deutlich herauszuarbeiten.

Perikope
25.04.2021
17, 22-34

Einer pöbelt für mich - Predigt zu Apostelgeschichte 6,1-7 von Katharina Loh

Einer pöbelt für mich - Predigt zu Apostelgeschichte 6,1-7 von Katharina Loh
6, 1-7

mit Paul Niemand von Falk Richter.

(ZWISCHENRUF)
Das Universum schwieg. Das Universum hatte noch nicht bemerkt, dass ich da war. Aber ich war da. Ich war ein kleiner Junge unter der Sonne, und ich redete in tausend Stimmen, denn keiner wollte mit mir zusammensein, keiner wollte mit mir spielen. Also war ICH all diese Menschen, die ich brauchte, um zu überleben.
Ich war nicht mehr allein, ich war die ganze Welt, alles, was ich brauchte, und ich sprach zu mir, und ich kämpfte mit mir, und ich war alle Menschen und alle Gedanken, ich war alles!


I
Sie mussten selbst gucken, wo sie bleiben. Keiner sah sie, keiner interessierte sich für sie.  Helft euch selbst! Und den Witwen in Jerusalem hängt der Magen in der Kniekehle. Nicht den einheimischen Witwen, sondern den zugezogenen Witwen. Sie wurden bei der täglichen Versorgung übersehen. Sie mussten selbst gucken, wo sie bleiben. Ein handfester Skandal. Zumal in einer christlichen Gemeinde, denn hier vermutet man soetwas doch eigentlich nicht. Aber auch hier gab es Lager. Es gab die, die schon immer hier lebten und hebräisch sprachen. Und die, die jahrelang weg waren und jetzt zurück gekommen sind und griechisch  sprachen. Und ein Murren erhob sich unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung.


(ZWISCHENRUF)
Ist da jemand? Hallo! Hallo! Ist da jemand?  Hört mich hier wer? Paul Niemand, das bin ich. Zu alt für einen Neuanfang, zu jung, um sich schon aufzugeben, in ein paar Jahren ist das alles vorbei, in ein paar Jahren bin ich einer dieser Männer, die diese schlabbernden Cordhosen tragen und dummes Zeug reden im Hausflur,  während sie den Müll raustragen, denen niemand mehr zuhört, weil es sowieso egal ist, was die sagen, denen alle immer zustimmen und jaja sagen und weitergehen. Einer dieser Männer, die auch nicht wirklich stören, weil es egal ist, ob sie da sind oder nicht da sind, weil es gar keinem so richtig auffällt. Ist da jemand? Hallo! Hört mich hier wer?


II
Übersehen werden.  Das Gefühl kennt - einer Studie zufolge - jeder Dritte. Unter uns lebt also ein unsichtbares Drittel. So viele Menschen haben, zumindest in bestimmten Lebensbereichen, das Gefühl, unsichtbar zu sein. Wie Luft. Alleinstehende Frauen etwa. Sie sind bis heute die am meisten armutsgefährdete Gruppe  unserer Gesellschaft. Wie die Witwen damals. Angewiesen, aber nicht gut versorgt. Mit Kindern oder ohne. Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Die anderen kriegen ja auch nichts geschenkt. Aber auch Menschen mit auskömmlichem sozialen Status und sicherem Job, kennen solche Gefühle. Du kommst durchs Leben, du bewerkstelligste deinen Tag Hast aber das Gefühl, einfach nicht gesehen zu werden. Nicht wahrgenommen. Nicht so wirklich.
(ZWISCHENRUF)
Ich buche mir jetzt regelmässig Flüge. Und da sitze ich dann am Gate und warte. „Paul Niemand bitte zum Boarding.“ rufen Sie. Aber das mache ich nicht. Ich bleibe einfach sitzen. „Paul Niemand, bitte, Paul Niemand.“ Und ich sehe, wie alle unruhig werden, weil sie Angst haben, zu spät zu kommen, Und dann erklingt über alle Lautsprecher immer wieder mein Name. PAUL NIEMAND. Und keiner kann los, weil ich noch nicht da bin.


III
Wie gut den Witwen das wohl getan hat. Als andere für sie auf die Hinterbeine gegangen sind. Das Murren FÜR SIE. Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie gut das tut. Wenn ich gesehen werde und wenn ich mir nicht ständig selber die Brücke vertreten muss. Und wenn ich mir nicht ständig selber die Butter auf meinem  rot verteidigen muss. Wie gut das tut, wenn einer mir gönnt und gibt, Wenn einer nach mir fragt, wenn einer mir auch mal die Brücke vertritt. Wenn EINER PÖBELT FÜR MICH!


IV
Und DIE MURRER haben etwas bewegt. Das Leitungsgremium der Gemeinde kann die LAUTSPECHER nicht überhören. Also haben sie die Menge zusammengerufen und gesagt: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und zu Tische dienen. 3 Darum, liebe Brüder, seht euch um nach sieben  Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll Geistes und Weisheit sind, die wollen wir bestellen zu diesem Dienst. Sie haben etwas bewegt. Sieben Menschen werden zum Dienst bestellt. Und die Witwen sind versorgt.


V
Durch Organisation gelöst. Das machen wir bis heute. „Wenn du nicht mehr weiter weisst, gründe einen Arbeitskreis.“ Ein Satz- gemischt aus Ironie und Wahrheit. Kein Gremium kann alles alleine machen, man muss sich schon aufteilen, Aufgaben delegieren. Das gilt für Unternehmen, Kirchengemeinde, sogar Familien. Man muss sich schon aufteilen, wenn jeder bedacht werden soll und sich keiner dafür totmachen will. Viele Schultern. Und so glaube ich, will die Entscheidung in Jerulsam verstanden sein. Die Zwölf  sind sich nicht zu fein für den Tisch Dienst, sie wissen nur: Alleine geht es nicht. Man muss sich schon aufteilen! Wer geht einkaufen? Wer schreibt den Brief? Oder wie in Jerusalem: Wer hat Tischdienst und wer ist für die geistlichen Reden zuständig?


VI
Wir teilen uns auf! Das tun wir als Kirche und Diakonie schon viele Jahre. Und jeder hat hier seine Aufgabe. Wir haben uns auch aufgeteilt, als wir als Kirche ein Schiff gekauft haben, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Die einen gaben Geld, die anderen Zeit und ihr Gebet. Und unsere Kirche wird dafür angefeindet.
Warum wir uns um solche kümmern, Kirchgelder verschleudern, um Menschen aus Nöten zu helfen, in die sie sich doch selbst gebracht haben: in die Hände der Schlepper. Die wollen sich eine Zukunft in Europa erzwingen! Ja natürlich! Was denn sonst?! Es hagelt Briefe und Austritte. Und ich denke mir, das ist auch gut so, dass Menschen frei sind, zu gehen, denn wer in dem Ansinnen, Leben zu retten, seine Kirche nicht findet - der ist vermutlich auch noch nie so ganz in ihr angekommen.


VII
Wir haben uns aufgeteilt. Auch ihr habt euch aufgeteilt, liebe Julia und Sebastian, mit der Taufe eurer Tochter. Denn es ist gut, wenn da noch mehr sind, als nur Mutter und Vater. Darum Paten und Zeugen, darum ein Segen und eine ganze Gemeinde. Weil es ist gut, wenn welche da sind. Die helfen, die hinschauen, die im Zweifel für einen murren und lautsprechen. Keiner sollte alleine sein. Keiner sollte sich alles selbst sein müssen.


(ZWISCHENRUF)
Mein Name wird immer wieder durch den Lautsprecher gerufen. Jetzt bewege ich mich, aber ganz langsam. Ich will diesen Namen noch ein paar mal hören. Ganz langsam bewege ich mich Richtung Gate, Gate 1, 2, Gate 3 und 4, ich dreh mich noch mal um, schaue noch eine Weile nach draussen, Gate 5, Gate 6, Gate 7,
die warten auf mich, das weiß ich, ist viel zu aufwändig, meinen Koffer wieder auszuladen, Gate 8, Gate 9, Gate 10, PAUL NIEMAND PAUL NIEMAND BITTE ZU GATE 17 die werden alle zu spät kommen, wenn ich abwesend bin, bemerkt mich jeder.


VIII
Es gibt Niemande in der Geschichte. Und jeder von Ihnen hat einen Namen. Und ein Recht auf Achtung und Wahrung der Würde. Und trotzdem passiert es. Dass Menschen übersehen werden. Ungeschützt, unbeachtet. Ihrer Rechte beraubt. Es passiert uns. In uns. Und durch uns. Es passiert. Jede Gemeinschaft, tut gut daran, das nicht zu leugnen und zu üben, dass wir das besser machen, Wir müssen heute vielleicht mehr den je Lautsprecher der Übersehenen sein. und so lange fragen: Wer machts? Wer kümmert sich hier? Bis einer sagt:

Ich!

Vier Fragen zur Predigtvorbereitung an Katharina Loh

1.    Welche Predigtsituation steht Ihnen vor Augen?
Ich sehe vor mir eine Gruppe tendentiell älterer Menschen, die den biblischen Text schon einmal gehört haben dürften. Daneben sehe ich eine Tauffamilie, die mit der „Gottes-dienstgemeinde“ nicht bekannt ist und ich weiss um - analog zum biblischen Text -  aus-schliessendes Verhalten auch in unserer eigenen Gemeinde. Menschen, die übersehen werden und jene, die übersehen.

2.    Was hat Sie bei der Predigtvorbereitung beflügelt?
Hilfreich war mir die Anerkennung des Skandals, der in dieser Situation des Überse-hens begründet liegt und die Tatsache, dass eine Lösung des Konfliktes schon in der Organisation beginnt und zwar auch im Delegieren. Nicht einer muss alle in den Blick nehmen, sondern viele sehen einen Ausschnitt. Es braucht eben soviele Ämter, bis alle gesehen sind. Das wäre auch für mich rechtverstanden -  Priestertum aller Gläubigen.  

3.    Welche Entdeckung wird Sie weiter begleiten?
Nicht leugnen, dass wir (bisweilen) ignorante Herzen sind. Sich selbst wie eine Fliege vorm inneren Gesicht herumschwirren und sich davon abhalten, sich einzurichten in dieser Ignoranz gegenüber dem Leid anderer. Das nehme ich mit.
(Gut zusammen fasst das ein Gebet von Nadja Bolz-Weber): Gott, bitte hilf mir, mich nicht wie ein Arschloch zu verhalten.

4.    Was verdankt diese Predigt der abschließenden Bearbeitung?
Eine Nacht drüber schlafen.

Perikope

Erinnere uns an den Anfang - Predigt zu Apostelgeschichte 4,32-37 von Anne-Kathrin Kruse

Erinnere uns an den Anfang - Predigt zu Apostelgeschichte 4,32-37 von Anne-Kathrin Kruse
4,32-37

Ein Traum von Abi- Klasse

Weißt du noch? Wie frisch verliebt waren wir alle miteinander. Ein Herz und eine Seele.
Unsere kleine, feine Oberstufen-Klasse, Altsprachlicher Zweig. Gerademal zwölf waren wir noch. Sechs Schülerinnen, sechs Schüler. Ständig hingen wir zusammen. Konnten uns blind aufeinander verlassen. Eine verschworene Gemeinschaft.
Konkurrenz war ein Fremdwort, Strebertum undenkbar. Bewundert haben wir einander für das, was die Andere konnte. Stolz waren wir auf den Erfolg des Anderen.
Und eine genial funktionierende Arbeitsteilung: eine Stunde vor Unterrichtsbeginn verteilte der jeweilige Fachexperte die fertigen Hausaufgaben an den Rest der Klasse. Niemand behielt etwas für sich. Alles wurde geteilt. Täglich traf man sich nach der Schule bei Theo, dem Kneipenwirt um die Ecke. Teilten, was es gab. Weißt du noch, damals?

32 Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. 33 Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. 34 Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Land oder Häuser hatte, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte 35 und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte. 36 Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde – das heißt übersetzt: Sohn des Trostes –, ein Levit, aus Zypern gebürtig, 37 der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.

Erinnere uns an den Anfang.
Am Anfang, als Leben begann,
sprachst du zu uns: ihr seid willkommen,
hast du an die Hand uns genommen.

Erinnere uns an den Anfang,
an Ursprung und Werden, Vergehen,
damit wir das Leben verstehen,
damit wir klug werden. 

Ein Herz und eine Seele – damals in Jerusalem

Weißt du noch? Erinnerung an den Anfang. Als alles begann. So war es einmal – oder mag es gewesen sein… Ein Herz und eine Seele waren sie, diese kleine jüdische Gemeinde in Jerusalem, die an Jesus, ihren Messias, glaubte. Von seiner Auferstehung ging eine ungeheure Kraft aus. Niemand war dabei gewesen, und doch glaubten sie daran. Wie frisch verliebt! Ständig hingen sie zusammen, konnten sich blind aufeinander verlassen. Eine verschworene Gemeinschaft, zu der jeder das beitrug, was er konnte. Da gab es keine Konkurrenz, keinen Neid auf das, was die Nachbarn hatten. Auf Privatbesitz verzichteten sie, teilten, was es gab. Es war ihnen alles gemeinsam. Und das fiel nicht einfach vom Himmel… oder doch?!

Erinnerung an Gottes Weisung fürs Leben

Auch sie in der Jerusalemer Gemeinde erinnerten sich an den Anfang: Du weißt doch noch: Unsere Vorfahren damals in der Wüste Sinai! Weit und breit nichts als Sand und Steine. Und ein hoher felsiger Berg, den Gipfel in Wolken gehüllt. Mose war hinaufgestiegen, ganz allein. Um mit Gott zu reden. Mit Gott persönlich!
Nicht wohl war ihnen bei dem Gedanken. Wer wusste schon, ob er da heil wieder runter kam…
Gewartet haben sie, Stunde um Stunde. Als sie schon nicht mehr mit ihm gerechnet hatten und aufbrechen wollten, tauchte er plötzlich auf, ganz klein, kaum zu sehen in dieser gigantischen Felswand. Mit zwei Tafeln im Arm. Gottes Tora, seine Weisung. Sie hat unsere Vorfahren und auch uns selbst begleitet, und soll das auch weiterhin tun. Jesus hat uns darin immer wieder bestärkt, Gottes Weisung wie einen Schatz hochzuhalten, dass sie uns Orientierung gibt, hilft, tröstet - fürs Leben.
Und du weißt doch: das wichtigste Gebot in der Tora heißt: „Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“ Mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele – Gott lieben und den Nächsten. Darin sind wir eins. Ein Herz und eine Seele.

Das Land gehört uns nicht

Auch nicht einer von uns sagt von seinen Gütern, dass sie ihm gehören, sondern es ist uns alles gemeinsam. Auch das haben wir uns in unserer kleinen jüdischen Gemeinde in Jerusalem nicht ausgedacht. Erinnerst du dich? Denn Gott sagte schon unseren Vorfahren in seiner Tora: Ihr sollt das Land nicht auf Dauer verkaufen, denn es ist mein Land, ihr sei meine Gäste.
Das Land gehört uns nicht.
Immobilien bergen die Gefahr, andere abhängig zu machen. Aber: Reichtum verpflichtet – nämlich dazu, dass es niemanden geben soll, der verarmt. Deswegen wird bei uns alles verkauft und der Erlös der Gemeindeleitung übergeben. Damit keiner unter ihnen ist, der Mangel hat.

Erinnere uns an das Staunen.
mit staunendem offenen Blick
hast du uns als Kinder gesegnet,
sind wir allem Neuen begegnet.
 

Erinnere uns an den Anfang,
an Ursprung und Werden, Vergehen,
damit wir das Leben verstehen,
damit wir klug werden. 

So viel haben, wie jede und jeder braucht

Und noch etwas, woran sich die kleine jüdische Gemeinde, die an ihren Messias Jesus glaubte, gehalten hat: Man gab einem jeden, so viel er brauchte.
Zurück zu den Vorfahren in der Wüste. Jeden Tag dieser Sand! Er knirscht zwischen den Zähnen. Verstopft die Ohren. Außerdem haben sie Hunger. Und schlechte Laune. Dabei hatte Gott ihnen ein Land versprochen, in dem nicht nur wenige mehr als genug haben und der Rest leidet Hunger, sondern alle sind glücklich. In dem jede und jeder so viel hat, wie er und sie braucht. Zuneigung. Brot. Frieden.
Plötzlich fängst es an zu knistern. Es regnet… es regnet Krümel, die süß schmecken. Manna.
Nimm, so viel, wie du brauchst, sagt Gott. Nicht: Nimm, so viel Du kriegen kannst. Dann nehmen die einen viel, und für die anderen bleibt nichts übrig. Darum beten wir: Unser täglich Brot gib uns heute…täglich neu, so viel, dass alle genug haben, und die Preise durch Warentermingeschäfte nicht künstlich hoch gehalten werden. Das, was zu viel ist, verdirbt - auch den Charakter.
Deshalb das, was du wirklich brauchst, gibt Gott uns täglich neu – Himmelsbrot – Brot und Himmel, Güte und Segen, Wasser und Liebe. Alles, was ich nicht festhalten kann. Denn festhalten verdirbt. Bringt aus dem Gleichgewicht. Den Körper, die Seele, die Liebe. Ja, auch die ganze Erde. So viel Müll. So viel Ungerechtigkeit. So viel Gezocke. So viel Gewissenlosigkeit.

Dabei ist doch genug da! Das Himmelsbrot – leise fällt es uns in die Hand. Nähe, die wärmt. Arbeit, die satt macht.
(Nach Anregungen von Kirsten Fehrs, Predigt zur Kirchentagslosung Ex 16 im Eröffnungsgottesdienst zum Hamburger Kirchentag 2013)

Erinnere uns an Erfahrung.
Erfahrung, die uns heute prägt,
hat uns auch durch Trauer geleitet,
hat unseren Glauben geweitet. 

Erinnere uns an den Anfang,
an Ursprung und Werden, Vergehen,
damit wir das Leben verstehen,
damit wir klug werden. 

Wann werden wir endlich so, wie wir nie waren? (nach J.M. Modeß, GPM 74, S.332)

Das Leben Israels in der Wüste, Gottes gute Gebote, die zum Leben in Gerechtigkeit helfen, das Leben der kleinen Gemeinde in Jerusalem, die an ihren Messias Jesus glaubte und alles miteinander teilte…War das alles nur ein Traum? Eine Utopie, die sowieso nicht funktioniert?
Damals – wie frisch verliebt? Es gab ja auch das Murren, die Sehnsucht zurück in die Sklaverei an den Fleischtöpfen Ägyptens. Vielleicht waren sie nie ein Herz und eine Seele.
Umso drängender die Frage: Wann werden wir endlich so, wie wir nie waren? Wann verlernen wir das Festhalten, und lernen abzugeben? Wann werden wir endlich so gerecht, wie wir nie waren?
Und zwar so, dass alle etwas einzubringen haben. Dass wir Güter und Lasten, Schulden und Ideen nicht für uns behalten, sondern teilen. Wahrscheinlich wohl nie.
Die Corona-Krise hat uns überdeutlich gezeigt, wo unser Zusammenleben im Argen liegt. Dass wieder einmal die Ärmsten der Armen besonders gefährdet sind, auch in Deutschland. Und die Berufsgruppen, die am dringendsten gebraucht wurden - die Pflegekräfte, die Verkäuferinnen, die Leiharbeiter – mit am schlechtesten bezahlt werden.

Aber ohne die Sehnsucht nach einer gerechten Welt gäbe es die vielen kleinen Schritte nicht, die es jetzt schon gibt: In neue Technologien investieren, die unser Klima nicht weiter zerstören. Klimaziele verfolgen, die verhindern, dass die schweren Klimaveränderungen zuerst die Armen der Ärmsten treffen…Arbeit und Brot teilen, soviel jeder und jede braucht. Ganz kleine Schritte hin zu einer gerechten Welt, wie Gott sie gewollt hat. Dazu gehört hinzuschauen, mitzufühlen, aufstehen gegen den Hass und die Hetze - Himmelsbrot, gerecht geteilt, denn es ist genug da, aber es lässt sich nicht festhalten.

Erinnere uns an das Ende,
ans Ende, wenn du zu uns sprichst:
Willkommen seid ihr. Euer Bangen
Ist gänzlich in Liebe umfangen. 

Erinnere uns an den Anfang,
an Ursprung und Werden, Vergehen,
damit wir das Leben verstehen,
damit wir klug werden. 

Verliebt in die Zukunft

Weißt du noch? 40 Jahre ist das Abi her. Eine lange Zeit – so lange wie Israel nach seiner Befreiung durch die Wüste gezogen ist. Kaum erkennen wir uns wieder. Ergraut, beleibt. Nach und nach entdecken wir altvertraute Gesichtszüge, ein bekanntes schelmisches Lächeln blitzt auf, immer noch strahlende Augen. Neugierig aufeinander, entdecken wir uns wieder.
War eigentlich wirklich alles so traumhaft? Was ist aus uns geworden? Die kleine Fachwerkstadt bleibt uns. Noch immer sind wir verliebt, aber nicht mehr in die Vergangenheit. Frisch verliebt in die Zukunft! Denn die Verheißung bleibt. Macht Lust auf neues Leben, auch wenn wir nicht mehr taufrisch sind. Die Verheißung, sich an Gottes Wort als Weisung zum Leben zu halten. In der Gemeinschaft zu bleiben. Himmelbrot zu teilen mit denen, denen es nicht so gutgeht wie uns. Gott zu loben. Gesicht zu zeigen.

Erinnere uns an den Anfang,
an Ursprung und Werden, Vergehen,
damit wir das Leben verstehen,
damit wir klug werden. 

So soll es sein. Das heißt: Amen.

Das Kirchentagslied „Erinnere uns an den Anfang“ kann zwischen den Abschnitten gesungen bzw.in Coronazeit gespielt und mitgelesen werden.

Vier Fragen zur Predigtvorbereitung an Anne-Kathrin Kruse

1. Welche Predigtsituation steht Ihnen vor Augen?
Die St. Michaelskirche in Schwäbisch Hall gilt unter den selbstbewussten Haller Bürger*innen als ihr „Wohnzimmer“, vorzugsweise zu den Hoch-Zeiten städtischer Events. Während die Gottesdienstgemeinde sich sonst aus der ganzen Region einschließlich der Tagestouristen zusammensetzt, hat sich seit der Coronazeit ein neues Gemeinschaftsgefühl etabliert. Man schaut nacheinander und freut sich, sich wieder zu sehen.

2. Was hat Sie bei der Predigtvorbereitung beflügelt?
Menschen tauschen Erinnerungen aus und verklären diese mitunter kräftig. Gleichwohl verraten diese Verklärungen etwas von der Verheißung und den daraus resultierenden Hoffnungen, von denen der Glaube lebt. Diese Hoffnungen, Träume, Visionen von einer gerechten Welt im Sinne von Gottes Gerechtigkeit, die eben nicht blind ist, möchte ich stark machen. Denn sie machen uns lebendig. 

3. Welche Entdeckung wird Sie weiter begleiten?
Besondere Freude haben mir die Entdeckungen im Text gemacht, die sich auf Quellen und Parallelen im Alten Testament rückbeziehen und mir dadurch den Zugang zum Text wie zu heutiger Lebenswirklichkeit erleichtert haben. Sie helfen mir auch, biblische Texte nicht vorschnell zu individualisieren oder zu spiritualisieren. 

4. Was verdankt diese Predigt der abschließenden Bearbeitung?
Monika Hautzinger hat mir wichtige Hinweise v.a. zu Predigtstruktur und Perspektiv-wechseln gegeben – vielen Dank! 

Perikope